Das 2. und 3. Lebensjahr – das Kleinkind

Im zweiten Lebensjahr verfeinert sich das Zusammenspiel der Sinne. Hat das Kind die Dinge bis jetzt hauptsächlich durch Tasten „begriffen“, tritt das Sehen nun in den Vordergrund.
Die selbstständige Fortbewegung ermöglicht die Eroberung des Raumes, die wiederum Voraussetzung für die Entwicklung des räumlichen Sehens ist. Das Gefühl für Entfernungen und Abmessungen  entwickelt sich.

Die Entwicklung der Sprache erobert ebenfalls neue Räume. Das Kind zeigt mit dem Finger auf Gegenstände und möchte die Namen dafür erfahren. Indem das Kind Gegenstände benennt, verknüpft es das Sehen mit Denken und Sprache. Ihr Kind spricht jetzt wahrscheinlich bereits Zwei- und Mehrwortsätze und allmählich bildet sich auch eine Grammatik heraus, die noch nicht mit der „korrekten“ Grammatik übereinstimmt. Sie müssen das Kind in dieser Phase nicht ständig verbessern, es reicht, wenn Sie ihm richtig vorsprechen und die kindlichen Äußerungen noch einmal korrekt wiederholen. Grammatik, Satzbau und Wortschatz festigen sich erst im Lauf der Zeit. Erst mit ca. 5 Jahren ist die Sprachentwicklung im Groben abgeschlossen. Wichtig ist, dass Sie von Anfang an viel mit Ihrem Kind sprechen.

Im zweiten Lebensjahr entdeckt das Kind, das man mit bestimmten Gegenständen bestimmte Dinge tut. Es beobachtet die Handlungen der Erwachsenen und ahmt diese nach. Wir sprechen vom Lernen durch Nachahmung. Nun will das Kind teilhaben am Leben der Erwachsenen und alles tun, was diese auch tun. Alles ist interessant, es wird probiert, experimentiert und geforscht.

Ihr Kind möchte nun vor allen Dingen alles alleine tun. Sich anziehen, Knöpfe auf und zu machen. Keine Aufgabe ist so schwer, dass das Kind nicht immer wieder versuchen würde, sie zu bewältigen. Es wird probiert und geübt – ein klassisches Beispiel für das Lernen durch Versuch und Irrtum. Dabei wird jeder Versuch von den Erfahrungen der vorhergegangenen Versuche gelenkt. Das Ausprobieren bis zum Finden einer Lösung ist wichtig für das Kind, es verschafft ihm großartige Erfolgserlebnisse und stärkt so seinen Drang weitere unbekannte Dinge zu erforschen und neue Fähigkeiten zu entwickeln und zu lernen. Der Drang nach Selbstständigkeit sollte deshalb weitgehend unterstützt werden, auch wenn es am Anfang viel Mühe macht, das Kind selbst Dinge tun zu lassen, die es noch nicht beherrscht.

Mit wachsender Selbstständigkeit schreitet auch die seelische Entwicklung voran. Ihr Kind entdeckt sich selbst als eigenständige und handelnde Person. Es erkennt sich im Spiegel. Es spricht nicht mehr von sich in der dritten Person. Es entdeckt sein Ich.
Die von allen Eltern gefürchtete Trotzphase beginnt. Für Eltern ist diese Phase häufig eine harte Belastungsprobe. Auch für Kinder ist diese Phase schwierig: Auf der einen Seite steht ihr Drang nach Unabhängigkeit und Durchsetzung sowie Erprobung des eigenen Willens – auf der anderen Seite ihr Wunsch nach Geborgenheit. Dazu kommt, dass das Kind sich selbst während eines Trotzanfalls in all seiner Wut hilflos und ohnmächtig fühlt. Es erlebt den Zwiespalt zwischen „Wollen und Nicht-Können“ in seiner ganzen Dramatik. 

Klare Grenzen zu setzen hilft Ihrem Kind, sich in dieser Phase zu orientieren. Es muss aber auch erfahren, dass es mit seinem Willen etwas bewirken kann. Und es muss – gerade nach einem Trotzanfall – die Sicherheit haben, liebevoll angenommen zu sein. Nur so kann es lernen Grenzen einzuhalten und seinen Willen zu steuern. Sie möchten Ihr Kind oder die Ihnen anvertrauten Kinder in ihrer Entwicklung besser verstehen? Der Fernlehrgang „Kindererziehung“ gibt Ihnen einen tieferen Einblick in die Gesetze der kindlichen Entwicklung. Fordern Sie jetzt unverbindlich und gratis Informationsmaterial darüber an.

Freiräume schaffen – Grenzen setzen!

Je mehr Freiraum ein Kind hat, desto weniger wird es zu Trotzanfällen kommen. Überlegen Sie gut, wann Sie Nein sagen – und bleiben sie dann auch dabei. Je weniger oft Sie Nein sagen, desto mehr bewirken Sie mit Ihrem Nein. Wenn Sie bei jeder Kleinigkeit über das Kind bestimmen oder an ihm herumnörgeln, führt das nur dazu, dass es nicht mehr zuhört und sich auflehnt. Sinnvolle Gebote und Verbote, die konsequent eingehalten werden, erleichtern hingegen die Orientierung. Machen Sie Ihrem Kind kurz klar, warum diese Grenzen nötig sind. Aber schwallen Sie es nicht wortreich zu. Und fechten Sie auch keine unnötigen Machtkämpfe aus. Übrigens – während eines Trotzanfalls ist ein Kind für wortreiche Erklärungen nicht empfänglich, weil es einzig in seiner Wut gefangen ist. Bleiben Sie ruhig und bestimmt, warten Sie ab. Später sollten Sie mit ihrem Kind in aller Ruhe darüber sprechen. Geben Sie ihm dabei die Gewissheit, dass Sie es lieben.

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